Donnerstag, 28. Juli 2011

Heimatliebe bis nach den Wahlen?

Giezendanners Carte blancheAargauer Zeitung 28.07.2011

Wer hat es noch nicht gemerkt, den Staaten rund um die Schweiz geht es finanziell schlecht. Die EU ist marode. Kurz vor den Parlamentswahlen haben das die glühenden EU-Befürworter gemerkt. „Das ist nicht mehr meine EU“ sagte kürzlich eine SP-Nationalrätin. Blicken wir auf die Sommersession zurück. Meine Kollegen Ständerat Maximilian Reimann und Nationalrat Luzi Stamm forderten per Motion den Rückzug des EU-Beitrittsgesuches. Weder Linke, Grüne noch Linksliberale unterstützten die Vorstösse, sie haben damit ganz klar bekundet, dass ihr langfristiges Ziel ein EU-Beitritt sei. SCHAU, TRAU, WEM! Gewerkschaften und Linke jammern lauthals weil der Lohndruck durch ausländische Arbeitskräfte stetig zunehme. Stimmt. Aber warum? Genau sie wollten die Grenzen öffnen. Sie wollten den freien Personenverkehr.

Die SVP will die Einwanderung beschränken. Wir haben schon vor 10 Jahren vor der masslosen Einwanderung gewarnt. Als Schwarzmaler und Ewiggestrige wurden wir tituliert. Von wem? Es waren und sind die Leute, die heute angeblich nicht mehr EU-Mitglied werden wollen. Es sind die Leute, die aber das EU-Beitrittsgesuch nicht zurückziehen wollen. Die SVP hat diese Woche ihre Volksinitiative gegen die masslose Einwanderung vorgestellt. Selbst hochrangige Wirtschaftsvertreter mussten anerkennend zugeben, dass diese Initiative in keiner Art und Weise wirtschaftsfeindlich ist. Wer aber hat die Initiative kritisiert? Es waren wiederum die Leute, die bis zu den Wahlen nicht mehr in die EU wollen! Grüne, Linke und gutgläubige Bürgerliche brachten es fertig, dass die Schweiz die NEAT baut. Sie haben versprochen, dass der gehasste Lastwagenverkehr auf die Schiene verlagert würde. Mit der EU wären hieb- und stichfeste Verträge abgeschlossen worden. Europa setzte auf die Bahn. Diese Woche wurde bekannt, dass Deutschland und Italien die Anschlüsse in den nächsten 20 Jahren nicht bauen würden. Welche Ausreden finden wohl diesmal die Leute die erst nach den Wahlen in die EU wollen?

Nationalrat Ulrich Giezendanner

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